Mit einem Warnstreik haben die Beschäftigten der Firma Kramer in Pfullendorf, am 3. November, ein deutliches Zeichen in der laufenden Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie gesetzt. Nach der zweiten Verhandlungsrunde zwischen IG Metall und Arbeitgebern wächst die Unzufriedenheit über das unzureichende Angebot der Arbeitgeberseite. Die Beschäftigten machen deutlich, dass sie eine faire Beteiligung an der wirtschaftlichen Entwicklung und klare Perspektiven für die Zukunft ihrer Arbeitsplätze erwarten.
Die IG Metall fordert eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Darüber hinaus erwarten die Beschäftigten ein klares Bekenntnis der Unternehmen zu ihren Standorten und zu nachhaltigen Investitionen in die Zukunft.
Thomas Liehner, Betriebsratsvorsitzender bei Kramer, erklärte: „Kramer hat in den vergangenen Jahren gute Zeiten erlebt, aber auch schwierige Phasen durchgestanden. Gerade in solchen Zeiten hat sich gezeigt, dass es die Beschäftigten sind, die mit ihrem Engagement, ihrer Flexibilität und ihrem Fachwissen den Erfolg des Unternehmens sichern. Wer auch in Zukunft hochwertige Produkte und höchste Qualität für seine Kunden bieten will, muss in die Menschen investieren, die diesen Erfolg jeden Tag möglich machen.“
Die Beschäftigten machten während des Warnstreiks deutlich, dass sie ihren Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des Unternehmens leisten. Gleichzeitig erwarten sie von den Arbeitgebern, dass diese Verantwortung übernehmen und die Leistungen der Belegschaften angemessen honorieren. Claudia Rankel, Kassiererin und Geschäftsführerin der IG Metall Singen und Friedrichshafen-Oberschwaben, betonte: „Die Kolleginnen und Kollegen bei Kramer stehen für Qualität, Innovation und Verlässlichkeit. Sie haben ihren Beitrag geleistet, um das Unternehmen durch herausfordernde Zeiten zu bringen. Jetzt erwarten sie zu Recht ein Angebot, das ihre Leistung anerkennt und ihre Kaufkraft sichert. Gleichzeitig brauchen die Beschäftigten die Gewissheit, dass in den Standort und in gute Arbeitsplätze investiert wird.“ Rankel machte deutlich, dass die hohe Beteiligung am Warnstreik die Entschlossenheit der Beschäftigten widerspiegele: „Die Menschen in den Betrieben wissen genau, was auf dem Spiel steht. Es geht nicht nur um Prozente auf der Entgeltabrechnung, sondern auch um die Zukunft der industriellen Wertschöpfung in unserer Region. Dafür setzen die Beschäftigten heute ein starkes Zeichen.“
Die IG Metall wertet die Aktion als klares Signal an die Arbeitgeber, in den kommenden Verhandlungen ein deutlich verbessertes und verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Sollte dies ausbleiben, sind weitere Aktionen in den Betrieben der Region möglich.
Insgesamt beteiligten sich am heutigen Tag in der Region vier Betriebe an den Warnstreikaktionen: Coperion in Weingarten, Robert Bosch Power Tools in Ravensburg, CLAAS in Bad Saulgau sowie die Kramer GmbH in Pfullendorf. Insgesamt folgten 1.550 Beschäftigte dem Aufruf der IG Metall und beteiligten sich an den Arbeitsniederlegungen.