Mit einem Warnstreik auf dem Alugelände in Singen haben die Beschäftigten der Unternehmen Constellium, Amcor und 3A Composites heute ein deutliches Signal an die Arbeitgeber gesendet. Hintergrund ist die ergebnislose zweite Verhandlungsrunde in der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg. Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütungen bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Das von den Arbeitgebern vorgelegte Angebot wurde von der IG Metall als unzureichend zurückgewiesen.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Warnstreiks machten deutlich, dass sie von den Arbeitgebern mehr erwarten als unverbindliche Bekenntnisse zu den Standorten. Neben einer fairen Einkommensentwicklung fordern die Beschäftigten konkrete Zusagen für Investitionen, Beschäftigungssicherung und Zukunftsperspektiven in der Region.
Bernhard Widmann, Betriebsratsvorsitzender von Constellium, erklärte: „Unsere Kolleginnen und Kollegen leisten jeden Tag hervorragende Arbeit und sorgen dafür, dass unsere Standorte wettbewerbsfähig bleiben. Wer von den Beschäftigten Einsatz, Flexibilität und Veränderungsbereitschaft erwartet, muss im Gegenzug auch Verantwortung für die Zukunft der Standorte übernehmen. Es reicht nicht, in Sonntagsreden über den Industriestandort Deutschland zu sprechen. Wir brauchen verbindliche Zusagen für Beschäftigung, Investitionen und Perspektiven hier in Singen.“ Sein Kollege Luis Brito, Betriebsratsvorsitzender von Amcor, ergänzt: „Die Beschäftigten erwarten zu Recht einen fairen Ausgleich für die gestiegenen Lebenshaltungskosten. Gleichzeitig brauchen die Menschen Sicherheit, dass ihre Arbeitsplätze eine Zukunft haben. Gute Arbeit verdient Anerkennung und eine angemessene Tarifsteigerung. Genau dafür stehen wir heute gemeinsam auf der Straße.“ Auch Claudia Rankel, Kassiererin der IG Metall Singen, unterstrich die Bedeutung des Warnstreiks:
„Die große Beteiligung zeigt, dass die Kolleginnen und Kollegen bereit sind, für ihre Forderungen einzustehen. Die Menschen erwarten von den Arbeitgebern ein ernsthaftes Angebot. Wer motivierte und engagierte Beschäftigte möchte, muss jetzt ein Zeichen setzen. Die Zukunft der Industrie entscheidet sich nicht durch Sparprogramme, sondern durch Investitionen in Standorte und Beschäftigte.“
Die IG Metall macht deutlich, dass Entgeltfragen und Standortperspektiven untrennbar zusammengehören. Die Beschäftigten seien bereit, ihren Beitrag zur Transformation der Industrie zu leisten. Dafür brauche es aber belastbare Zusagen der Arbeitgeber und eine Tariflösung, die Kaufkraft sichert und Zukunftsperspektiven schafft. Rankel weiter: „Die Arbeitgeber müssen die Signale aus den Betrieben ernst nehmen. Die Beschäftigten erwarten ein Angebot, das sowohl ihre Leistung anerkennt als auch Perspektiven für die Zukunft schafft. Wer starke Unternehmen will, braucht starke Standorte und motivierte Beschäftigte. Dafür setzen wir uns in dieser Tarifrunde ein.“
Sollte es in den kommenden Verhandlungen keine substanzielle Bewegung geben, sind weitere Maßnahmen in der Region möglich.
Insgesamt haben sich an den heutigen Warnstreikaktivitäten in vier Betrieben, BorgWarner in Markdorf, Amcor in Singen, 3A in Singen sowie Constellium in Singen und Gottmadingen, insgesamt 2.290 Beschäftigte beteiligt.